Biokinematik

Was ist Biokinematik?

Die Lehre der Biokinematik vereint wichtige Erkenntnisse aus der Medizin, der Physik und der Biologie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, wie chronische Schmerzen entstehen und wie man sie behandeln kann. Sie erforscht Ursachen und entwickelt Methoden, die einen Körper, der seine natürliche Bewegungsfähigkeit verloren hat, wieder ins Gleichgewicht bringen.

Die Biokinematik gründet auf der Erkenntnis, dass chronische Schmerzen, wie z.B. bei Arthrose oder einem Bandscheibenvorfall durch krankhafte Veränderungen des Bewegungsapparats entstehen. Die Auslöser solcher Veränderungen können vielfältiger Natur sein. In der modernen Gesellschaft spielt der einseitige und bewegungsarme Lebensstil als Ursache eine große Rolle, da der Mensch sich muskulär seinen selbstgeschaffenen Gegebenheiten anpasst. Muskeln die nicht ausreichend in voller Länge benutzt werden verkürzen und verändern somit das muskuläre Gleichgewicht des Körpers. Mannigfaltige Probleme und chronische Schmerzen können entstehen. Unter anderem bauen Gelenke ab und degenerieren, da sie keinen ausreichende Druck- und Zugkräfte zur Ernährung der Knorpelstrukturen mehr bekommen.

Aber auch Verletzungen und Unfälle die lange Zeit zurück liegen, können zu einem Ungleichgewicht der Muskulatur führen und somit chronische Schmerzen hervorrufen.

Der Schmerz und die Probleme sind aber nicht die Ursache der Problematik, denn Schmerz und Schmerzursache liegen bei chronischen Schmerzen nie am selben Ort.

Durch die Erkenntnisse der Biokinematik ist es möglich geworden, chronische Schmerzen ganz ohne Operationen und Medikamente erfolgreich zu therapieren. Es ist eine Suche nach der Ursache der Gesamtproblematik. Für den Therapeuten beginnt ein „Krimi“ den es zu lösen gilt. Es ist das Aufspüren der ursprünglich gestörten Muskulatur und deren anschließende Behandlung.

In der Biokinematik werden verschiedene Techniken und gezielte Übungen zur Behandlung des Bindegewebes und der Muskulatur angewendet. Ziel ist es, die Muskulatur wieder in ihren ursprünglichen, gesunden Zustand zu versetzen. Dadurch kann sich der Körper wieder in seinen natürlichen Bewegungsbahnen fortbewegen und die Schmerzen gehen zurück.

Zu 99% sind die Störungen nicht durch zu schwache Muskeln hervorgerufen, wie es medial, in Fitnessstudios aber auch unter den meisten Therapeuten und Ärzten behauptet wird, sondern durch verkürzte Muskulatur, also eher durch zu „starke“ Muskulatur.

Die Biokinematik bietet eine effiziente Behandlungsvariante die statistisch deutlich erfolgreicher, aber auch bis lang unbekannter ist als osteopathische Behandlungen.

Physikalisch besteht am Anfang eines chronischen Schmerzes immer ein muskuläres Problem und nicht wie behauptet ein Gelenksproblem oder organisches Problem etc.


Therapie:

In der Schmerztherapie ist der erste Schritt das Erkennen und Zuordnen von Störungen. Dazu sind genaue anatomische Kenntnisse über den Muskelapparat des Körpers notwendig sowie die biokinematischen Grundlagen über die Funktionsweise der Muskulatur. Zunächst wird der Funktionszustand der Muskulatur untersucht. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei der Beweglichkeit des Körpers geschenkt. Daran schließt sich der Tastbefund an. Dieser zielt darauf die pathologischen Spannungszustände der Muskulatur zu lokalisieren. Anschließend beginnt der Therapeut gezielt mit der Behandlung. Das Prinzip der Biokinematik basiert hierbei auf einer Reizsetzung von außen an der gestörten Struktur, auf die der Körper anschließend mit einer Spannungsregulierung reagiert. So wird die geometrische Ordnung der einzelnen Muskelfaser wiederhergestellt.

Die Reizsetzung findet am Bindegewebe des Muskels an dem Ort statt, an dem auch die Störung entstanden ist. Hier sind die Arbeitsmessfühler des Muskels lokalisiert. Sie können über einen überschwelligen Reiz eine Spannungsänderung initiieren, indem sie den momentanen Funktionszustand des Muskels messen und an das Gehirn weiterleiten. Man kann sich diese Arbeitsmessfühler wie das Thermostat einer Heizung vorstellen. Die Heizung steht in diesem Beispiel für das Gehirn. Wenn man an das Thermostat einen Eisbeutel hängt, wird es der Heizung signalisieren, dass es zu kalt sei. Die Heizung wird daraufhin von „nicht heizen“ auf „heizen“ umregulieren.

Praktisch gibt es verschiedene Möglichkeiten einen solchen Reiz zu setzen. Das kann durch spezielle Techniken von außen, sozusagen auf „unnatürlichem“ Wege geschehen. Hierbei ist der Patient passiv während der Therapeut den Reiz setzt. Die zweite Möglichkeit ist der „natürliche“ Weg, der über aktive Übungen stattfindet.

Die Stimulation von außen kann gleichfalls über verschiedene Techniken stattfinden. Etabliert hat sich vor allem die manuelle Stimulation durch biokinematische Techniken –Druckpunktstimulation (keine Triggertechnik!).

Eine solche Druckpunktstimulation dauert ca. eine halbe Minute manchmal aber auch länger. Durch einen gezielten Druck mit dem tastenden Finger wird über einen Schwellenprozess eine Spannungsregulierung des Muskels provoziert. In den meisten Fällen ist der Druckpunkt zunächst sehr schmerzhaft (obwohl er ohne jegliche Kraft des Therapeuten gedrückt wird- es ist die Fähigkeit des Therapeuten diese Spannungspunkte genau zu finden), lässt in der Schmerzintensität aber nach, sobald sich die Spannungsregulierung einstellt. Die Schwierigkeit für den Patienten liegt darin locker zu lassen, also die betreffende Muskulatur zu entspannen.

Durch definiertes assistiertes Training kann ein natürlicher Reiz gesetzt werden, der auf physiologischen Prozessen beruht.

Diese Technik kommt vor allen Dingen dann zum Einsatz, wenn sich die Störungen der Muskulatur in schwer zugänglichen Körperbereichen befinden. Zusätzlich bieten sie dem Patienten die Möglichkeit, sich aktiv an der Therapie zu beteiligen und nach entsprechender Unterweisung zum Experten für den eigenen Körper zu werden. Die einzelnen Übungen werden individuell auf die Problematik des Patienten angepasst. Die Reizschwelle der Muskulatur muss dabei überschritten werden um eine Veränderung im Muskel zu provozieren. Die Übungen sind daher für den Patienten sehr anstrengend. Es handelt sich dabei um ein spezielles Muskellängentraining, welches den Muskel unter Aktivität in maximaler ausgelängter Form elongiert.

Bei einer erfolgreichen Therapie ist der Patient im Anschluss selbst imstande, seine Schmerzen einordnen und verstehen zu können. Durch die Techniken die er in der Biokinematik erlernt, kann er sich mit Übungen und Veränderungen seines Lebensstils selbst helfen. Ohne Operation und ohne Medikamente. Damit verlieren die Schmerzen ihren Schrecken. Der Patient ist nun fähig sich selbst zu therapieren und braucht nicht mehr die Unterstützung des Therapeuten.


Krankheitsbilder:

  • Arthrose
  • Asthma Bronchiale
  • Bandscheibenvorfall
  • Ellenbogenschmerzen/Tennisarm
  • Gebiss- und Kieferschmerzen (CMD)
  • Knieschmerzen/-Verletzungen
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Neurologische Ausfallerscheinungen
  • Rückenschmerzen
  • Schleudertraumata
  • Senk-Spreiz-Knick Fuß
  • Hallux Valgus/Rigidus
  • Skoliose
  • Tinnitus – Kopfgeräusche

Wo wird Biokinematik noch angeboten?

In ganz NRW und Rheinlandpfalz sind wir die einzige Praxis die auf diesem Niveau biokinematisch arbeiten. Viele Patienten nehmen mittlerweile auch längere Anfahrtszeiten in Kauf, da der Erfolg der Therapie nachweisbar ist und sich rumspricht.


Kooperationen:

  • Klinik für Biokinematik in Bad Krozingen
  • Bewegründe Johanna Ahrens in Wienhausen
  • Leguano Schuhe in Buchholz

Wie erfahre ich mehr über die Biokinematik ?

Jeden Monat halten Stephan Wilkes, David Braun und Jennifer Habbig an einem Samstag dazu in der Praxis einen Vortrag. Dieser ist so konzipiert, dass sowohl Ärzte, Therapeuten aber auch potentielle Patienten über die Ansätze der Biokinematik aufgeklärt werden um diese besser zu verstehen. Hinterlegt ist der Vortrag mit einigen Beispielen und Bildern, die das Verstehen vereinfachen.

Eine Anmeldung ist auf Grund der begrenzten Teilnehmerzahl unbedingt notwendig.


Exemplarische Übungsbeispiele:


Zurück zur Startseite